Schnell passiert und (brand) gefährlich – Feuchtigkeitsschäden beim Smartphone

Schnell passiert und (brand) gefährlich – Feuchtigkeitsschäden beim Smartphone.

Es ist schnell passiert. Beim Essen mit Freunden kippt ein Glas um und sein Inhalt ergiesst sich über Ihr daneben liegendes Smartphone. Sie planschen an einem heissen Sommertag unbeschwert mit den Kindern im Pool und vergessen dabei, dass sich Ihr Smartphone in Reichweite der Wasserspritzer befindet. Oder Sie sind auf dem Bootssteg einmal kurz unachtsam und schon landet Ihr Smartphone im seichten Wasser. Ärgerlich – und möglicherweise gefährlich!

Inwieweit Ihr Smartphone Feuchtigkeit ausgesetzt werden kann, ohne beschädigt zu werden oder ein Sicherheitsrisiko darzustellen, hängt hauptsächlich vom Gerätetyp ab. In der Regel sind moderne Geräte IP-zertifiziert. Das erkennen Sie am IP-Code. Bei diesem steht das IP für «International Protection Marking» und die Zahl dahinter für die Schutzklasse, in welche das Gerät eingeordnet wurde. Je höher die Zahl, desto besser ist Ihr Smartphone gegen Umwelteinflüsse geschützt. Die erste Ziffer gibt den Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern – zum Beispiel Staub – sowie gegen Berührung des Innenbereichs an, wobei die Skala bei 6 endet. Die Skala für die zweite Ziffer geht bis 8 und ist der Resistenz gegen Feuchtigkeit vorbehalten. Die maximale Schutzklasse ist demnach IP68 – damit ist ein Smartphone staubdicht, vollständig gegen Berührung seines Innenlebens geschützt und es hält Flüssigkeiten auch bei dauerhaftem Untertauchen stand.

Bei Smartphones sind heute die häufigsten IP-Schutzklassen IP54, IP58, IP65, IP67 und IP68. Was das IP-Zertifikat aber konkret über ein Gerät aussagt und inwieweit ein Feuchtigkeitsschaden von der Garantie eingeschlossen ist, legen die Hersteller in den jeweiligen Garantiebestimmungen fest. Lesen Sie diese also genau! In der Regel umfasst die Garantie nur den Kontakt mit reinem Süsswasser – nicht aber den Einfluss von Salz-, Chlor- oder Seifenwasser und anderen Flüssigkeiten. Ausserdem müssen vorhandene Klappen oder Gehäuseöffnungen immer sauber und geschlossen sein, damit der Schutz auch tatsächlich gewährleistet ist. Nicht zuletzt nimmt die Funktion der Dichtungen beim täglichen Gebrauch des Smartphones ab, sodass Feuchtigkeit trotz IP-Zertifizierung ins Gerät eindringen kann.

Was passiert aber, wenn tatsächlich Feuchtigkeit in Ihr Smartphone gelangt ist? Die Elektroplatinen im Innern des Geräts bestehen aus mehreren Schichten, die mit feinen, nur ca. 0.01 mm messenden Leiterbahnen miteinander verbunden sind. Feuchtigkeit greift das Metall dieser Schichten an und führt zu Korrosion, die sich unaufhaltsam in die Platine einfrisst und sich nicht mehr entfernen lässt. Sie unterbricht den Kontakt zwischen den Leiterbahnen und kann zu Wackelkontakt, einem Kurzschluss oder im schlimmsten Fall sogar zu einem Akku-Brand führen.

Auch ein Smartphone, das einen Feuchtigkeitsschaden erlitten hat, kann anfangs noch einwandfrei funktionieren. Aber lassen Sie sich davon nicht täuschen! Probleme können auch erst mit der Zeit auftreten. Deshalb sollten Sie ein Gerät, in welches möglicherweise Feuchtigkeit eingedrungen ist, unverzüglich ausschalten. Entfernen Sie wenn immer möglich den Akku, damit der Stromfluss sicher unterbrochen ist. Lassen Sie Ihr Smartphone trocknen und benützen Sie es mindestens einen Tag, besser während mehrerer Tage nicht. Um Sicherheitsrisiken auszuschliessen, sollten Sie Ihr Smartphone von einem erfahrenen Techniker prüfen lassen. Dieser wird schnell und einfach feststellen können, wie stark das Gerät beschädigt ist, welche Bereiche betroffen sind und ob das Smartphone weiterhin funktionstüchtig ist.

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